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REAL CORP 2021

CITIES 20.50 – CREATING HABITATS FOR THE 3RD MILLENNIUM
SMART – SUSTAINABLE – CLIMATE NEUTRAL

26. internationale Konderenz zu Stadtplanung
und Regionalentwicklung in der Informationsgesellschaft

25 JAHRE REAL CORP (seit 1996)

Die Urbanisierung der Welt schreitet rasant und scheinbar unaufhaltsam voran. Laut aktuellen Prognosen werden 2050 mehr als 6 Milliarden Menschen in Städten leben. Verglichen mit 1950 ist das in 100 Jahren knapp eine Verzehnfachung, resultierend aus globalem Bevölkerungswachstum sowie anhaltendem Zuzug von Menschen in die Ballungsräume. Bevölkerungszuwachs bedeutet im Regelfall auch zusätzlichen Flächenbedarf und/oder Verdichtung. Das Stadtwachstum erfolgt oft über administrative Grenzen hinweg, Städte wachsen in ihr Umland, (grenzüberschreitende) funktionale Stadt- und Metropolregionen entstehen und beeinflussen auch den ländlichen Raum, wo wiederum zahlreiche Initiativen für eine eigenständige nachhaltige Entwicklung entstehen.

Dieses dynamische Wachstum geht mit enormen Herausforderungen für Organisation, Finanzierung und Aufrechterhaltung von Städten und Regionen in allen Lebensbereichen einher, insbesondere in den Bereichen technische, soziale, blaue und grüne Infrastruktur, Klimaschutz und Energiewende, leistbarer Wohnraum, Mobilität, Erholung, Versorgungssicherheit. Umweltverträglichkeit etc. Nachhaltigkeit, Resilienz und Smartness sind essenzielle Charakteristika von Städten und Regionen und werden heute gerne mittels Benchmarks verglichen. Die Kernfrage ist, wie angesichts dynamischer Entwicklung des Lebensraumes die Lebensqualität erhalten und verbessert werden kann.

Auch wenn die Welt derzeit ganz im Banne der COVID-19-Pandemie steht, ist klar, dass Klima- und Umweltfragen in den nächsten Jahrzehnten entscheidend für die Stadtentwicklung sein werden. Eine zentrale Rolle werden dabei Klimaanpassungsstrategienspielen, denn vor allem in Städten führen große Dichte, zunehmende Flächenversiegelung, fehlende Grün- und Freiflächen und mangelhafte Durchlüftung zunehmend zur Bildung von städtischen Hitzeinseln und zum Problem der städtischen Überhitzung.

Wie können Stadt- und Raumplanung und alle verwandten Disziplinen dazu beitragen, dass Kommunen und Regionen im Sinne der Sustainable Development Goals nachhaltig entwickelt werdenkönnen, sodass die Lebensqualität erhalten und verbessert werden kann? Wie können städtische und ländliche Lebensräume einander in ihrer Entwicklung aktiv wechselseitig befruchten?

Die REAL CORP lädt zu Beiträgen aus allen am Thema Stadtentwicklung beteiligten Fachbereichen ein, ein, um einen ganzheitlichen und vielschichtigen Blick auf Herausforderungen und Zukunftsszenarien im urbanen Raum zu erhalten. Neben wissenschaftsbasierten Beiträgen begrüßen wir auch praxisbezogene Berichte über kurzfristige Maßnahmen und/oder langfristige Strategien zur Stadt- und Regionalentwicklung.

Wir werden die globale Corona-Krise in einem speziellen Track reflektieren und bitten um Beiträge, die sich mit dem menschlichen Wohlbefinden, der öffentlichen Gesundheit, Blau und Grün als kritischer Infrastruktur und der Rolle von Planungs- und Eindämmungsstrategien vor, während und nach der Pandemie beschäftigen.

Einige der Themen, um die es bei der REAL CORP 2021 gehen wird:

  • Ansätze für die größten Herausforderungen
    • Klimaschutz und Klimaanpassungsstrategien
    • Ökologische Herausforderungen: Emissionsreduktion, saubere Umwelt, Biodiversität,
    • Notfälle, Katastrophen, Epidemien: Wohnen, menschliches Wohlbefinden, (Heim-)Arbeitswelten, Lernen, Entspannen, Geselligkeit, soziale Isolation, blau-grüne Infrastruktur als kritisches Element
    • Ressourcen: Wasser, Energie, saubere Luft
    • Landwirtschaft, Ernährungssicherheit, Food Governance und urbane Ernährungssysteme
    • Wohlfahrt, soziale Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit, räumliche Gerechtigkeit
    • Sicherheit und Schutz
    • Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
  • Urbane Lebensstile
    • Lebens- und Arbeitsumgebungen
    • Erholung, Lernen und kulturelle Erlebnisse
    • Städte für alle: Vielfalt, Gerechtigkeit, Inklusion
  • Immobilienentwicklung und Siedlungsmuster (leistbar, durchmischt, ressourcenoptimiert)
    • leistbares Wohnen
    • durchmischte städtische Strukturen
    • enorme Immobilienpreise vs. untergenutzte Büroflächen und Wohngebäude
  • Verkehr und Mobilität: multimodal, klimaneutral, ressourcenschonend
  • Energie: Gewinnung, Verbrauch, Verteilung/Speicherung, Management
  • Öffentlicher Raum, blau-grüne Infrastruktur
  • Technologische Innovation und ihre Auswirkung auf Städte: 5G, IoT, Blockchain, Digital Twin, AI, VR, 3D-Druck, Roboter, BIM, Gaming, …
  • Post-Carbon Economy, Ökologisierung von Wirtschaft und Gesellschaft
  • Soziale Innovation: Kreislaufwirtschaft, Sharing, Co-Working, Co-Creation, Reallabore, Gemeinwohlökonomie, ...
  • Bei all diesen Themen geht es auf der REAL CORP 2021 insbesondere um

  • die Rolle der Stadtplanung und verwandter Disziplinen,
  • Digitalisierung und technologische Innovation,
  • kurzfristige Maßnahmen und langfristige Perspektiven.

Darüber hinaus gibt es noch einige Spezialthemen, die von unseren Partnern koordiniert und bei der REAL CORP 2021 behandelt werden:

Abstract einreichen

Wenn Sie zu einem unserer Themen ein Abstract einreichen wollen, finden Sie auf den folgenden Seiten weitere detaillierte Informationen:

Akzeptierte Papers (reviewed und non-reviewed) werden im Tagungsband publiziert und erhalten auch einen DOI.


Gedanken und Anregungen zu den Themen der REAL CORP 2021

Leben in Städten und die Zukunft des Wohnens – hochwertig, nachhaltig, leistbar

Woraus besteht das Wohnen der Zukunft? Ist es nur eine Schlafmöglichkeit für digitale Nomaden? Ist es das multifunktionelle, alles könnende Smart Home? Ob in der Stadt, im ländlichen Bereich oder im Speckgürtel dazwischen: Mit der Änderung unserer Gesellschaftsstruktur und dem technologischen Fortschritt geht auch ein Wandel der Wohnformen einher. Der Platzbedarf pro Person wächst stetig, die Anzahl der Personen pro Wohneinheit sinkt, aber gleichzeitig ziehen auch die Immobilien- und Mietpreise an. Das löst Umstrukturierungs- und Verdrängungsprozesse aus, Gentrifizierung und Segregation finden statt, mitunter entstehen so auch Zwänge zu erhöhter Mobilität. Wie können wir die planerischen Herausforderungen aus dem Bereich Wohnen messen, einordnen und bewältigen? Wie verändern sich die Anforderungen an das direkte Wohnumfeld? Und, aus aktuellem Anlass: Wie wird es mit dem Home Office weitergehen, das in den letzten Monaten unser ständiger Begleiter war? Wird es wieder verschwinden oder ist es gekommen, um zu bleiben? Und wenn ja, welchen Einfluss kann das auf zukünftige Wohnformen haben?

Keywords:

  • leistbares Wohnen
  • Nur ein Schlafplatz?
  • multifunktionelle durchmischte Nachbarschaften
  • alles, immer, überall?
  • Home Office – bleibt es dabei?
  • nachhaltige Immobilienentwicklung

Die neue Mobilität – multimodal, ressourcenschonend, klimaneutral

In vielen Städten und Regionen ist der Motorisierte Individualverkehr (MIV) nach wie vor die dominante Verkehrsart, zumindest was seine Sichtbarkeit und Flächeninanspruchnahme betrifft. Mitunter steht die „Optimierung“ des MIV nach wie vor im Fokus planerischer Überlegungen, obwohl die Grenzen der Belastbarkeit vielerorts längst überschritten sind – aber die Zeiten ändern sich! Immer mehr Städte bzw. Stadtregionen setzen auf Reduktion des MIV und forcieren den Umweltverbund – Fußläufigkeit und Radverkehrsförderung gepaart mit attraktiven Angeboten des öffentlichen Verkehrs stehen auf dem Programm.

Parallel dazu bestehen intensive Bemühungen, die individuelle motorisierte Mobilität wie auch den Güterverkehr von Verbrennungsmotoren auf emissionsfreie Antriebe umzustellen – eMobility ist das Stichwort, hinzu kommen Entwicklungen wie autonomes Fahren und eine zunehmende Bedeutung von „Nutzen statt Besitzen“, also Sharing-Modellen.

Bei allen Bemühungen: wie lange wird es wohl dauern, bis wir tatsächlich von einer Mobilitätswende sprechen können?

Welche technologischen, gesellschaftspolitischen und raumstrukturellen Änderungen sind notwendig, um den Modal Split weiter in Richtung umweltfreundlicher Verkehrsmittel zu bewegen? Wie steht es um die gesellschaftliche Akzeptanz der dafür notwendigen Maßnahmen? Die einzelnen Verkehrsformen dürfen jedenfalls nicht isoliert betrachtet werden, sondern es bedarf gemeinsamer Anstrengungen, um das Verkehrssystem nachhaltig und intermodal zu gestalten.

Keywords:

  • Inter- und Multimodalität, multifunktionelle Mobilitätshubs
  • Walkability, Bikeability
  • Mobilitätstechnologien: Stand – Entwicklung – Perspektiven: E-Mobility, autonomes Fahren, ...
  • Superinfrastrukturen: Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken, “intelligente” Straßen, Technologien der Zukunft
  • Flughäfen und Häfen: Passagiere und Fracht (“The night flight”)
  • Logistik

Räumliche Muster: städtisch, ländlich, peripher – The Urban, The Rural and The Sprawl

Wir kennen alle die typischen Muster städtischen und ländlichen Raums. Aber was ist mit der städtischen Peripherie der Stadtregionen? Wo beginnt sie, wo hört sie auf, wie sind die Übergänge definiert? Und wie gehen wir damit in der Zukunft um? Das große Problem peripherer Strukturen ist ihre weitgehende Abhängigkeit vom Verkehrsnetz und oft damit einhergehend ein Zwang zum Auto, denn die zersiedelten Flächen mit geringer Bevölkerungsdichte lassen keine städtische Versorgungsdichte zu und es gibt oft auch keine gewachsenen Zentren wie im ländlichen Raum.

Die Peripherie erfährt von beiden Seiten Zuwachs: Einerseits verlassen Stadtbewohner die Stadt, um sich am Stadtrand niederzulassen, denn nach wie vor steht der Wunsch nach einem Eigenheim im Grünen bei weiten Bevölkerungskreisen an oberster Stelle.

Wie kann die Raumplanung eingreifen, um die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte in den Griff zu bekommen? Können wir die Peripherie in städtische und/oder ländliche Bereiche umformen, um von der mobilitätslastigen Lebensweise der dortigen Anrainer wegzukommen? Wie können solche Prozesse initiiert werden, um von der Bevölkerung auch nachhaltig akzeptiert zu werden? Und welche Probleme werden bald entstehen, wenn ihre Bewohner im Alter nicht mehr im erforderlichen Ausmaß mobil sein können?

Was lehrt uns unser kulturelles Erbe? Welche Erfahrungen können wir aus unserer Vergangenheit ziehen, um Plätze, Städte und Regionen attraktiver zu gestalten und ihre Identität zu stärken? Können wir auch derartige Überlegungen nützen, um von Schrumpfung betroffenen ländlichen Räumen eine Zukunft zu geben? Oder werden wir uns irgendwann damit abfinden müssen, dass allen Anstrengungen zum Trotz manche Gebiete schlussendlich nur mehr „geordnet heruntergefahren“ werden können?

Keywords:

  • traditioneller und moderner Urbanismus
  • durchmischte Städte, Stadt der kurzen Wege
  • Stadt-Landschaft
  • ländliche Stadt
  • Metropolregionen
  • Urban Farming
  • Kreislaufwirtschaft
  • kulturelles Erbe

Technische Innovation

Internetbasierte Dienste sind längst zu einem unverzichtbaren Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Das Internet der Dinge ist ein wesentlicher Baustein unserer Gesellschaft und unseres Lebensraums; es verknüpft und vernetzt physische Gegenstände mit dem virtuellen Raum, um Prozesse zu automatisieren, zu überwachen und zu steuern. Mit den neuen 5G-Netzen werden die Verfügbarkeit von Internet und die Bandbreiten wesentlich verstärkt. Internetbasierte Sensornetzwerke erleichtern die Digitalisierung im kleinen wie im großen Maßstab: Die eigene Wohnung kann zum Smart Home vernetzt werden, Building Information Modelling (BIM) nutzt das virtuelle Ebenbild eines ganzen Gebäudes von der Planung bis zum Betrieb, selbst ganze Städte (Smart Cities) nutzen die Möglichkeiten und Vorteile netzwerkbasierter Anwendungen.

Welche Möglichkeiten und Anwendungen wird die Zukunft bringen? Wie funktioniert die Smart City des 3. Jahrtausends? Welche Innovationen stehen kurz vor dem Durchbruch? Wie funktioniert die Virtualisierung der Planung, welche Herausforderungen können damit bewältigt werden? Die Menge der zur Verfügung stehenden Daten wird immer größer – wie finden wir uns darin zurecht und wie können wir sie nutzen?

Keywords:

  • 5G und danach
  • IoT – Internet of Things
  • Sensornetzwerke
  • Digitale Zwillinge der Städte
  • BIM
  • Konstruktion, Bau, Instandhaltung
  • Planungstechnologien, Datenquellen, mit Daten zu mehr Wissen und besseren Entscheidungen